Erziehen ist schwerer als Unterrichten - zum Unterrichten muss man nur etwas wissen, zum Erziehen muss man etwas sein! 

  

 

 

 

Hallo - bitte nicht erschrecken!

Ja, es stimmt, ich bin ein „Pauker" und auch noch für Mathe und Physik ... 

Studiert habe ich von 1983 bis 1988 an der Pädagogischen Hochschule in Erfurt.

Nicht wenige verbinden mit den Fächern Mathe oder Physik schlechte Erinnerungen, hatten mitunter auch nicht die besten Noten und geben noch heute unverblümt zu, so manches nicht verstanden zu haben - ein Geständnis, was erstaunlicherweise gerade in diesen Fächern auch allgemein akzeptiert wird, wie man bei Prof. Beutelspacher in seinem Buch "In Mathe war ich immer schlecht..." nachlesen kann.

Aber das ist schade, weil es doch gerade die Mathematik und die Naturwissenschaften sind, die uns die moderne Welt erschließen können. Selbst Prof. Schwanitz behandelt diese Wissenschaften in seinem Bestseller "Bildung. Alles was man wissen muss"  eher am Rande...

Wir sind umgeben von Mathematik und Physik - und merken es häufig gar nicht! Aber es ist nach wie vor schwer (manchmal scheint es mir sogar schwieriger als früher), Schüler für diese Fundamente eines modernen Natur- und Technikverständnisses aufzuschließen und zu begeistern...         

Darüber hinaus habe ich neben einer Reihe "fremder" Fächer besonders gern Astronomie (Kl. 10) und Naturwissenschaften (Wahlpflichtfach Kl. 7-10 / RS) unterrichtet - aber das ist nun auch schon lange her.

Warum aber ausgerechnet Lehrer? Die Frage wird mir oft gestellt. Und die Antwort überrascht manche: Weil's mir Spaß macht! Und es gibt nichts Schöneres als zuzusehen, wie aus einem Funken - der Neugier, die man geweckt hat oder dem Wissen, das man vermitteln konnte - eine Flamme wird, eine Leidenschaft oder Begeisterung für eine Sache, einen Lerngegenstand, aus der womöglich eine Studienwahl oder eine berufliche Perspektive erwachsen. Wenn man merkt, dass man etwas Nachhaltiges bewirken konnte, selbst wenn es nur die Tatsache ist, dass jemand ein wenig Angst vor der Mathematik oder der Physik verliert!

Positive Rückmeldungen von SchülerInnen, die entweder erfolgreich angefangen haben, für die Sache zu brennen oder eine scheinbar unüberwindbare Hürde genommen haben, gibt es immer mal wieder...

Aber zugegeben, manchmal ist es auch weniger zum Lachen - doch solche Situationen blieben bei mir bisher die Ausnahme. Höhen und Tiefen gibt es in jedem Beruf!  Man muss als Lehrer frühzeitig lernen, nicht alles persönlich zu nehmen - das ist eine Frage der "Psychohygiene"! Man sollte möglichst viel wahrnehmen, dabei aber manches tolerieren und stets klare Grenzen setzen (was mitunter leichter gesagt ist als getan!).

Meine jetzige Arbeitsstelle ist das Herder- Gymnasium in Nordhausen, eines der größten Gymnasien in ganz Thüringen. Die Bedingungen an der Schule sind sehr gut und es macht Spaß hier zu arbeiten.

Seit 1991 war ich darüber hinaus als Fachleiter am Staatlichen Studienseminar für Lehrerausbildung zunächst in Nordhausen, später in Eisenach tätig. Dort war ich vor allem für die Ausbildung in Pädagogik, Psychologie, Didaktik und Schulrecht sowie für die Medienarbeit zuständig. 2004 wurde dann die Ausbildung im Lehramt an Gymnasien in Eisenach eingestellt, zeitgleich aber ein Projekt zur "Stärkung der Rolle der Ausbildungsschule" ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Ausbildung im Vorbereitungsdienst direkt an ausgewählten Schulen durchzuführen - ein Vorhaben, für das ich mich vom ersten Tage an engagiert habe. Nach inzwischen fast fünf Jahren erfolgreicher Ausbildung kann man eine positive Bilanz ziehen.

Außerdem war und bin ich in diversen Arbeitsgruppen, Projekten sowie in der Lehrerfortbildung tätig, derzeit in der Fortbildung Didaktik, einer nun schon in der 5. Runde stattfindenden Qualifizierung von Fachleitern und Verantwortlichen für Ausbildung an den Schulen (Dauer: 3-4 Semester) in Kooperation mit dem Zentrum für Lehrerbildung und Didaktikforschung (ZLD) der Universität Jena  und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) - eine Säule des vom Stifterverband 2010 prämierten Projektes "Vom Lehren zum Lernen - und zurück. Die unteilbare Lehrerbildung".

Seit 2009 bin ich Mitglied im Bundesarbeitskreis der Seminar- und Fachleiter und wurde dort in den Landesvorstand des Freistaates Thüringen gewählt.