Torbogen

Für den Torbogen wurde die Stadtmauer erst 1912 durchbrochen, v.a. um den Zugang zum städtischen Friedhof, zur Heimstraße und den Parkanlagen zu verbessern. Er passt sich gut in das Bild der Mauer zwischen zwei ehemaligen Rundtürmen ein, obwohl er die historische Ansicht etwas verfälscht.

An der Ostseite der alten Stadtumfriedung gibt es eine Reihe von Resten früherer Befestigungsanlagen. Auffällig ist die Ähnlichkeit der Turmruine an der Südostecke der Mauer mit dem Ravensturm: von innen leicht begehbar und nach außen die Möglichkeit der Rundumverteidigung bietend. Die mächtigen Mauern haben die Zeit überdauert, ohne dass sie jemand gesichert hat. Warum gab es hier zwei Türme direkt nebeneinander? Und warum in weniger als 50 Meter Entfernung einen weiteren Turm? Offenbar handelt es sich um die durch natürliche Bedingungen am wenigsten geschützte Seite der Stadt. Im Westen und Süden bot der Fluss Zorge einen gewissen Schutz, im Norden die Teiche und der Frauenberg. Hinter den heutigen Parkanlagen im Osten erinnert die Bezeichnung „Wolfsgraben“ (frühere Bezeichnung für Pfahlgräben zur äußeren Sicherung von Festungsbauten) an weitere Verteidigungsanlagen. 

Der Torbogen um 1912 mit dem Kinderheim, dem ersten Haus in der heutigen Heimstraße (zeitgenössische Postkarte)

Der Torbogen heute - hinter der  Feuerwache das ehemalige Kinderheim (Foto: Barsch)

Überreste des Turms an der Südostecke der Stadtmauer neben dem Torbogen  (Foto: Barsch)