Wernaer Tor

Die Ellricher Stadtmauer besaß drei Tore: im Süden das Nordhäuser Tor, im Westen das Walkenrieder Tor und im Osten das Wernaer Tor, das als einziges erhalten geblieben ist. Von den anderen beiden Toren zeugen nur noch die Straßeneinengungen „Zwischen den Toren“ und in der „Nordhäuser Straße“. Die Häuser in der mittelalterlichen Stadt standen dicht aneinander, die Straßen waren schmal und einige Gebäude schmiegten sich eng an die Stadtmauern. Als in späterer Zeit die Tore abgerissen wurden, ließ man die Häuser stehen und die enge Durchfahrt blieb erhalten.

Das Wernaer Tor zählt zu den ältesten noch erhaltenen Bauwerken der Stadt. In seiner heutigen Form hat es jedoch vor 1500 nicht bestanden. Bei einer Feuersbrunst am 18. April 1648 brannte das Stadttor zusammen mit 32 Häusern zwischen dem Mühlhof und dem Salzmarkt vollständig ab. Im Jahre 1686 wurde es zur Sicherung der Stadt wieder aufgebaut und deshalb „Neues Tor“ genannt. Das Datum des Wiederaufbaus kennt man seit der Sanierung 1991, als man die Jahreszahl im Dachstuhl entdeckte. Auch wenn das heutige Tor nur ca. 300 Jahre alt ist, kann man jedoch davon ausgehen, dass auch das ursprüngliche Stadttor ähnlich ausgesehen hat.

Das Wernaer Tor, Blickrichtung stadteinwärts (um 1900)

Das Wernaer Tor, Blick vom Salzmarkt (um 1950)      (Foto: Köhler)

Das Wernaer Tor, Blickrichtung stadteinwärts, heute       (Foto: Barsch)

Der Bereich rund um das „Wernaer Tor“ ist mit dem mittelalterlichen Salzhandel eng verbunden gewesen, was die Bezeichnungen „Salzmarkt“ und „Salzstraße“ belegen. Das Tor selbst ist zumindest zeitweilig als städtisches Gefängnis genutzt worden und man kann noch heute die Kerkerzellen besichtigen. Aber auch diese Nutzung erfolgte erst nach dem 16. Jahrhundert. Zuvor ist die Verwendung des Ravensturmes als Stadtverlies nachweisbar.